Ute Kern:
Die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch besuchte die Vorstandschaft des TV
Die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch besuchte die Vorstandschaft des TV 1865 Eppingen e.V., um sich über das Vereinsleben des größten Vereins der Stadt Eppingen zu informieren. Einige CDU - Kandidaten für den Gemeinderat begleiteten die Politikerin.
Während des Rundgangs durch das Turnerheim äußerte die erste Vorsitzende Edith Kobold den Wunsch nach einem Beachvolleyballfeld. Der Turnverein strebt in nächster Zeit den Bau eines wettkampfgerechten Spielfeldes dieser Trendsportart an, damit die Jugend eine Anbindung an den Verein erfahren kann. Die Erbauung ist jedoch eingebettet in das Gesamtkonzept der Stadt Eppingen, bei dem die Sportstätten für alle Vereine erweitert werden sollen. Die Diskussion um die Standortfrage eines vierten Sportplatzes fließt hierbei mit ein, da Zufahrts- und Rettungswege künftig gemeinsam genutzt werden.
Edith Kobold und der Ehrenvorsitzende Hartmut Stunz erläuterten den Gästen die Pläne zum Bau des Spielfeldes und erinnerten an die momentane Debatte von Flora-Fauna-Habitat. "Die Entwicklung der Kommunen mit ihren Vereinen darf nicht im Wege stehen" befürwortete Gurr-Hirsch einen Standort des Sportplatzes in unmittelbarer Nähe zu den Stadien.
Beim Besichtigen des Vereinshauses erzählte Hartmut Stunz die "Clubhaus-Historie", denn das Turnerheim hat eine "Sonderstellung". "Es ist das einzige Clubhaus, das auf einem öffentlichen, städtischen Gelände erstellt wurde, dem Kraichgaustadion" weiß der Ehrenvorsitzende. Einst votierten die Vorgänger im Amt des Gemeinderates in einer "Kampfabstimmung" für eine Kooperation zwischen der Stadt Eppingen und dem Turnverein, dabei richtete sich Stunz an die interessiert zuhörenden Gemeinderatskandidaten. Seither befinden sich städtische Sanitäranlagen für Sportler und Schüler und die vereinseigenen Räumlichkeiten unter einem Dach. Der Ausblick vom Regieraum und die Urkunde von der Verleihung des Innovationspreises 2003 überzeugte die Staatssekretärin und sie bescheinigte dem Verein eine rundum gelungene Renovierungsmaßnahme. Durch erhebliche Eigenleistungen und Rücklagen aus der Ära Werner Maier als Vorsitzender des Vereins konnte die Investitionssumme von über 500.000 € in den letzten dreizehn Jahren gestemmt werden.
"Kurse sind das zweite Standbein" berichtete Anke Illg, die stellvertretende Vorsitzende. Kurse, wie "Rückenschule", "Feldenkrais" oder "Selbstverteidigung" finden große Zustimmung bei Teilnehmern und das Kursprogramm ergänzt das Vereinsangebot. Eine weitere Zukunftsvision wurde dabei auch angesprochen: der Ausbau eines Raumes im Obergeschoss. Da der Gymnastikraum stark frequentiert ist und weist für ein erweitertes Kursangebot keine freien Kapazitäten mehr auf. Beim Informationsaustausch beschäftigten sich die Anwesenden ebenso mit Schwierigkeiten mit denen ein Verein zu "kämpfen" hat. Skeptisch sehen die Verantwortlichen des Turnvereins der Entwicklung einer Ganztagsschule entgegen. Sie befürchten, dass Kinder und Jugendliche dem Vereinsleben fern bleiben, wenn diese nachmittags bereits sportliche Aktivitäten an der Schule besucht haben. Berufstätigkeiten der Trainerinnen und Übungsleiterinnen hindern auch einen Verein sich beim Betreuungsangebot an der Schule zu engagieren. Trotzdem bleibt Edith Kobold fest entschlossen immer wieder "den Schulen näher zu kommen" und wird Sportlehrer und Sportlehrerinnen zu einem Gespräch einladen. "Der Schulleiter sollt die Richtung vorgeben" ermutigte Gurr-Hirsch die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Verein.
Anke Illg informierte die Zuhörer noch über die Strukturvorgaben zum Erwerb einer Trainerlizenz zum qualifizierten, ausgebildeten Übungsleiter. Mehrere Wochenendlehrgänge und Fortbildungswochen an der Sportschule ist für "junge Frauen nicht leistbar" denkt die Beauftragte für Weiterbildungsmaßnahmen des Vereins. Familie, Beruf, Aneignung von Lernstoff und Vorbereitung auf die Abschlussprüfung ist kaum zu vereinbaren und deshalb wäre die Ausbildungsform zu überprüfen. Die Gemeinderatskandidaten zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt eines "Mehrspartenvereins" und Friedlinde Gurr-Hirsch bestätigte, dass sie gerne in der Landeshauptstadt "flankierend zur Seite stehen möchte, denn Gesundheit, Ernährung und Sport gehören zusammen".