Presseberichte
Heilbronner Stimme
 
15.5.2010
TV Eppingen Gastgeber des Hochsprung-Cup
Leichtathletik - Zwei Jahre lang wurde pausiert.

Nun, am kommenden Wochenende, findet auf dem Kleinfeld im Kraichgaustadion zum 14. Mal das nationale Hochsprung-Meeting des TV Eppingen statt. Heuer ist es eine zweitägige Veranstaltung, bei der am Samstag die besten Schüler und Schülerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet an den Start gehen. Dieser nationale Schüler-Hochsprung-Cup, konzipiert von der Bundestrainerin Brigitte Kurschilgen und engagierten Hochsprung-Trainern, befindet sich im dritten Jahr und wird nun, nach zwei Jahren in Zweibrücken, hier in Eppingen ausgetragen. Die Schülerinnen springen ab 13.30 Uhr und die Schüler ab 15.30 Uhr. Die Weltmeisterschafts-Qualifikations-Springen für die diesjährige U20-WM in Moncton/Kanada im Juli beginnen am Sonntag um 12 Uhr mit der männlichen Jugend bzw. Männer. Um 14 Uhr starten die weiblichen Klassen. Hierzu sind der deutsche Nachwuchskader und die umliegenden Landeskader-Athleten und Athletinnen am Start. Weitere Springer mit internationalen und nationalen Erfolgen sowie Gäste aus dem benachbarten Ausland nehmen ebenso teil.
cak
 
15.5.2010
Die Rückkehr der jungen Hüpfer
Von Eric Schmidt "Man hat sich an uns erinnert.
Man weiß ja, dass wir jahrelange Erfahrung haben." Andrea Pottiez Leichtathletik - Eines können Hochspringer gar nicht leiden: Kälte. Nässe. Feuchtgebiete beim Anlauf. Der Regen ist der natürliche Feind der Athleten, die so gerne über die Latte springen. Klar, dass Andrea Pottiez deshalb mit besonders bangem Blick nach oben schaut: "Laut Wetterbericht soll es besser werden. Am Sonntag soll sogar die Sonne rauskommen."
Ihr und dem Organisationsteam des TV Eppingen wäre gutes Wetter zu wünschen. Nach zweijähriger Pause startet das Nationale Hochsprung-Meeting im Kraichgaustadion ein Comeback - in etwas anderer Form als früher. Nicht an einem, sondern an zwei Tagen finden nun die Wettkämpfe statt, und es sind junge Hüpfer, die auf einen Sprung vorbeikommen. Am Samstag gehen die Schülerinnen und Schüler beim Schüler-Cup in die Luft, am Sonntag springen die U-20-Athleten um die Norm für die WM in Kanada.

Stolz
Andrea Pottiez ist stolz darauf, dass Eppingen den Zuschlag für die Veranstaltungen bekommen hat. Der Schüler-Cup wurde bislang in Zweibrücken ausgetragen. Dass der dortige Club, der LAZ, seinen Schwerpunkt inzwischen vom Hoch- auf den Stabhochsprung verlegt hat, gefällt nicht jedem in der Szene. Also wurde ein neuer Standort gesucht - und in Eppingen gefunden. "Man hat sich an uns erinnert. Man weiß ja, dass wir jahrelange Erfahrung haben mit solchen Meetings. Bei uns sind schon Leute wie Ariane Friedrich und Martin Günther gesprungen", erklärt Pottiez. Hochsprung-Bundestrainerin Brigitte Kurschilgen hält am Samstagmorgen in Eppingen einen Fortbildungskurs für die Heimtrainer der Kaderathleten, danach geht auch in der Praxis hoch hinaus. Ab 13.30 Uhr springen die Schülerinnen, ab 15.30 Uhr die Schüler.
Nicht minder interessant wird es am Sonntag, wenn um 12 Uhr das WM-Qualifikationsspringen der U20 beginnt - zunächst bei den Männern, dann bei den Frauen (ab 14 Uhr). Neben Anja Saumweber (LG Würm Athletik) und Charlotte Brauch (TV Rheinzabern) sind unter anderem Sven Lanwer und Jochen Hörner (TSG 1845 Heilbronn) am Start.
 
 
19.5.2010
Ein Hoch namens Marie-Laurence
Von Eric Schmidt
m Höhenrausch: Mit 1,90 Metern stellt Marie-Laurence Jungfleisch beim 14. Nationalen Hochsprungmeeting in Eppingen einen neuen Stadionrekord auf. "Das gibt es nicht", strahlt die 19-Jährige vom LC Rothaus hinterher.Fotos: Klaus Krüger
Leichtathletik - Startnummern sind mehr als bloße Zahlen. Startnummern drücken Wünsche aus. Hoffnungen. Ziele. So wie bei Marie-Laurence Jungfleisch. 188 war die Startnummer, die sich die Athletin des LC Rothaus am Sonntag beim 14. Nationalen Hochsprung-Meeting in Eppingen aussuchte. 188, weil sie gerne mal über 1,88 Meter springen wollte. 188, weil 1,88 Meter eine persönliche Bestleistung gewesen wären.
Am Ende waren es mehr als 1,88 Meter. Es waren 1,90 Meter. Mit einem neuen Stadionrekord gewann die 19-Jährige aus Freiburg die Konkurrenz der Damen. Eine kleine Sensation. So hoch war noch keine Frau im Kraichgaustadion gesprungen. Nicht Ariane Friedrich, die 2007 auf 1,85 Meter kam. Nicht Birgit Kähler die mit ihren 1,89 Metern aus dem Jahr 2004 die alte Bestmarke hielt.
"Ein richtiger Satz war das, der Marie-Laurence da geglückt ist", staunte Andrea Pottiez, die Cheforganisatorin des TV Eppingen, die der jungen Hüpferin eine Extra-Prämie überreichte. Jungfleisch selbst konnte ihr Glück kaum fassen: "Das gibt es nicht. Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich hatte kein gutes Gefühl. Auch nicht beim Einspringen."
Souverän

Die letztjährige deutsche Meisterin der weiblichen A-Jugend war bei 1,71 Metern in die Konkurrenz eingestiegen. Es war der Beginn des bemerkenswerten Hochs Marie-Laurence. Die Anfangshöhe meisterte sie ebenso souverän im ersten Versuch wie die 1,74, 1,77, 1,80 und 1,85 Meter. Zweimal musste sie über 1,82 Meter ran, drei Mal gar über die kritische Marke von 1,87 Meter, mit der sie ihre alte Bestleistung um einen Zentimeter verbesserte. Die Stadionrekordhöhe von 1,90 Metern nahm sie überraschend locker im zweiten Anlauf.
Am Ende wäre sie mit ihren Höhenflügen fast in Barcelona gelandet. Die 1,93 Meter, die sie im letzten Versuch knapp riss, hätten die EM-Teilnahme in Spanien bedeutet. "Ich war noch nie in Barcelona. Naja, die 1,93 Meter kann ich ja dann am nächsten Wochenende in Heilbronn springen", erklärte Marie-Laurence Jungfleisch keck und schüttelte ungläubig den Kopf. Die vergangenen Wochen waren nicht ganz einfach gewesen. Ihr bisheriger Trainer Charles Attalaoui hatte sich aus privaten Gründen zurückgezogen, seit ein paar Tagen wird sie von Antje Magnier betreut, mit der sie am Freitag im Training an einem neuen Anlauf feilte. "Eigentlich wollte ich den Anlauf noch verändern. Hier in Eppingen bin ich aber dann doch noch mit dem alten gesprungen."
Ebenfalls in neue Sphären begab sich Anne Rieger. Mit einer Bestmarke von 1,75 Metern war die B-Jugendliche von der Spvgg Auerbach-Streitheim nach Eppingen gekommen, mit einem persönlichen Rekord von 1,80 Metern ging sie wieder nach Hause. "Unglaublich! Es ist total cool hier. Der Boden ist toll", strahlte die Zweitplatzierte, der nur wenige eine solche Leistung zugetraut hätten. Mühsam hatte sie sich in den Wettkampf reingebissen und mehrere Versuche für die 1,71 und 1,74 Meter benötigt. Am Ende scheiterte sie an den 1,82 Metern, der Norm für die U-20-WM in Kanada.
Tränen

Enttäuscht war dagegen Charlotte Brauch, die sich nach tadellosen Versuchen über 1,71, 1,74 und 1,77 Metern an den 1,80 Metern vergeblich mühte. Die 18-Jährige vom TV Rheinzabern kämpfte mit den Tränen. 1,82 Meter, die WM-Norm, das war ihr Ziel gewesen. Insgeheim hatte sie vielleicht sogar auf 1,86 Meter hofft - 186, so lautete ihre Startnummer.
"Eigentlich wollte ich ja die 186 haben. Aber die war schon vergeben", erklärte Marie-Laurence Jungfleisch, die Siegerin. Sie konnte es verschmerzen. Im Nachhinein war die 188 die richtige Nummer. Eine perfekte Hoch- und Glückszahl.

Na also, es geht doch: Sebastian Schultz (TV Rheinzabern) verbessert sich von 2,00 auf 2,09 Meter und gewinnt den Wettkampf der Herren.

Gutes Auge: Bundestrainerin Brigitte Kurschilgen schaut ganz genau hin.

 
 
 
 

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